Wie E.ON Meter-to-Cash mit NB-IoT FFVAV-konform und ohne Vendor-Lock-in realisiert
Der Anwendungsfall zeigt, wie E.ON Energy Infrastructure Solutions im Rahmen einer digitalen Asset-Strategie moderne NB-IoT-Konnektivität nutzt, und so mit smarter Funktechnologie und Modulen von Elvaco Messwerte effizient und FFVAV-konform für die Abrechnung erfasst und verarbeitet.
Die E.ON Energy Infrastructure Solutions GmbH begleitet Städte, Kommunen und Industrieunternehmen bei der Transformation der Energieinfrastruktur über die gesamte Wertschöpfungskette – von der Planung bis zur laufenden Optimierung von Energieerzeugungs- und Managementsystemen. In ihrem Verantwortungsbereich liegt im Rahmen der Sicherstellung der regulatorischen Anforderungen der Fernwärme- oder Fernkälte-Verbrauchserfassungs- und -Abrechnungsverordnung (FFVAV) auch das Thema Meter-to-Cash für Wärmegesellschaften.
Herausforderung
E.ON hat einen unternehmensweiten Prozess für das Ablesen des Energiezählers bis zum Eingang der Zahlung beim Kunden etabliert. Die nationale Umsetzung der EED in Form der FFVAV stellte den Energieversorger dabei vor Herausforderungen: Bis Ende 2026 müssen alle Liegenschaften fernauslesbar und die unterjährigen Verbrauchsinformationen (UVI) für die Kunden einsehbar sein. E.ON betreibt deutschlandweit mehrere hundert Betriebsstätten, die bis Ende 2026 insgesamt 16.000 Wärmezähler ausrollen und fernauslesen müssen.
Lösung
Der Funkstandard NB-IoT überzeugte mit seiner guten Gebäudedurchdringung und Verfügbarkeit sowie Verlässlichkeit bei der Datenübertragung. Zudem ist er für die vielen dezentralen Projekte der deutschlandweit aktiven E.ON gut geeignet. NB-IoT benötigt keine eigene Infrastruktur: Die Technologie nutzt vorhandene Sendemasten und Netze der großen Mobilfunkanbieter. Installation und Inbetriebnahme der Module erfordern keine spezifische Fachkenntnis. Auch der Zeitfaktor spielte eine Rolle, denn für NB-IoT müssen vor Ort keine Auslesestandorte aufgebaut und gewartet werden.
E.ON Energy Infrastructure Solutions erkannte früh die Probleme proprietärer Lösungen, die in einen Vendor-Lock-in führen. Daher wurde ein Ansatz gesucht, um gleichwertige Hardware anderer Anbieter einsetzen zu können. Die Antwort lag in dem technologieoffenen Zählerkommunikationsmodul von Elvaco, das sich perfekt in die bestehenden Systeme integriert. Sobald die Elvaco-Module installiert und aktiviert sind, übertragen sie die Zählerdaten direkt in die eigene IoT-Infrastruktur der E.ON. Diese sammelt und verarbeitet die Zählerwerte und andere Daten.
Ergebnisse
Im Frühjahr 2024 konzipierte E.ON das entsprechende Produkt, den „digitalen Kundenzähler“. Er besteht aus einem Zähler von Landis+Gyr, dem NB-IoT-Modul von Elvaco, einer SIM-Karte für das Telekom-Mobilfunknetz und einer langlebigen Batterie.
Wesentlicher Treiber für das Projekt war der Anwendungsfall Meter-to-Cash, also die Umsetzung der Abrechnung, für die E.ON nun über eine zuverlässige Technologie verfügt. Die Lösung ermöglicht weitere nützliche Anwendungen. Denn die Module von Elvaco liefern nicht nur die Verbrauchswerte, sondern zum Beispiel auch Vor- und Rücklauftemperaturen. Einige Gesellschaften haben auf deren Basis kleine Prototypen entwickelt, die sie dem Netzbetrieb zur Verfügung stellen. So lassen sich sogenannte Schlechtpunkte im Netz identifizieren und auf einer Karte visualisieren. Zudem implementierte E.ON Energy Infrastructure Solutions ein Qualitätssicherungssystem. Damit erkennen die Verantwortlichen sofort, wenn ein Zähler unvollständige oder über einen längeren Zeitraum gar keine Datenpakete sendet. Dank der Fernablesung entfallen manuelle Ablesungen und Fahrten der Techniker zu fehlerhaft arbeitenden Zählern. Denn die Zählermodule lassen sich aus der Ferne durch Elvaco neu starten – meistens löst sich das Problem dadurch von selbst. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dadurch, dass auf Infrastrukturseite alle Daten an einer Stelle verfügbar sind.
All dies reduziert für E.ON den personellen Aufwand, spart Kosten und setzt Kapazitäten und Ressourcen frei.
Eingesetzte Produkte
Sven Eckert, Digital Product and Transformation Manager bei E.ON Energy Infrastructure Solutions GmbH:
„Die umgesetzten Anwendungsfälle präsentieren wir als zentrale Steuerungs- und Strategieeinheit unseren operativen Gesellschaften und unterstützen eine effektive Zusammenarbeit sowie einen schnellen und effizienten unternehmensweiten Rollout. Die Ergebnisse überzeugen: Anfang 2026 nutzten bereits sechs operative Gesellschaften die Daten produktiv und befanden sich im Rollout. Monatlich kamen weitere hinzu – beispielsweise ist die Envia Therm GmbH nach einem Pilotprojekt in die Umsetzung gegangen.“
Highlights
- 16.000 Wärmezähler bis Ende 2026 fernauslesbar
- Technologieoffenes Zählerkommunikationsmodul von Elvaco verhindert Vendor-Lock-in
- Mehr als Meter-to-Cash: Neben Abrechnung auch Netzoptimierung und Qualitätssicherung